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Mit dem „Elektrotest“ einen konkreten Vorgeschmack auf ein Leben im Elektro-Handwerk vermitteln

Als Teenager schon wissen, welchen Beruf man erlernen will? Das ist schwierig. Mit dem „Elektrotest“ einen konkreten Vorgeschmack auf ein Leben im Elektro-Handwerk vermitteln – das gelang der Werner-von-Siemens-Schule (WvSS) und der Elektro Innung Mannheim im Januar: 36 Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren machten sich an der WvSS einen Schultag lang ein Bild, ob nach der mittleren Reife ein Elektro-Beruf der richtige für sie sei.

„Am kniffligsten war das Metallbiegen“, ist für Fabian jetzt klar, dass das „Handwerk“ seinen Namen zu Recht trägt. Denn mit bloßen Händen sollte der 14-Jährige von der Integrierten Gesamtschule Mannheim-Herzogenried (IGMH) einen Kupferdraht „genau nach Vorlage“ zu einem Kleiderbügel biegen. Fabian ist sich schon vor der Testauswertung sicher: „Im theoretischen Teil war ich bestimmt besser“.

„Ich will Mechatroniker werden“, ist für Fabians IGMH-Kamerad Lion indes schon klar, wohin es nach der zehnten Klasse geht. Mit diesem Wunsch ist der 14-Jährige bei der WvSS mit ihren berufsbildenden Schularten genau an der richtigen Adresse.

Aber woher nimmt Lion die Sicherheit, dass „Mechi“ sein „Traumberuf“ sei? „Mein Vater ist IT-Sicherheitsexperte und schraubt gerne an Autos“, erklärt Lion, dass Vater und Sohn sich so manche Karosse gemeinsam vornehmen.

Passend zum Kleiderbügel sollten die Mädchen und Jungen in der riesigen WvSS-Werkstatt auch die Form eines T-Shirts „nachbiegen“. Der Aufgabenstellung nach musste dazu ein 37,5 Zentimeter langer Draht verwendet werden. „Ohne Messinstrument selbst zu entscheiden, welcher der beiden Drähte für welche Übung lang genug ist“, ist nach WvSS-Lehrer Udo Thome schon die erste Raffinesse.

Vorrangig gibt der Test vor allem einen Eindruck, „wie es um die feinmotorischen Fähigkeiten und die Genauigkeit der Jugendlichen bestellt ist“ verrät Thome und schmunzelt: „Manche haben´s nicht so mit der Vorlage und biegen einfach frei Schnauze“.

Dem praktischen Teil des Eignungstests ging ein theoretischer voraus: „Wie heißt die Bundespräsident?“ lautete etwa eine der Fragen, mit denen in 60 Minuten zunächst das Allgemeinwissen der Bewerber abgeklopft wurde.

Es folgten mathematische wie auch Fragen, die immer weiter in den elektro- und informationstechnischen Bereich gingen und zumeist zwischen Multiple-Choice-Antworten die Wahl ließen.

Gemeinsam mit Obermeister Stephan Kolb, seinem Stellvertreter Axel Kehrberger und Beisitzer im Vorstand Wolfgang Altenberger von der Elektro Innung Mannheim boten die WvSS-Pädagogen den Mädchen und Jungen von Werkreal- Gemeinschafts- und Realschulen in der Rhein-Neckar-Region die Gelegenheit, ihre Eignung selbst zu testen. Ziel war es, für die Ausbildungsberufe „Elektroniker im E-Handwerk“ Interesse zu wecken und passende Bewerber für die einjährige Berufsfachschule Elektronik zu gewinnen.

Aufmerksam wurden die Jugendlichen auf den Elektrotest durch „Ausbildungslotsin“ Sonja Fey und ihren Kollegen vom Interkulturellen Bildungszentrum (Ikubiz), das auch Unterstützung im Übergang von Schule zu Beruf leistet.

„Fast ein Drittel der Teilnehmer waren Mädchen“, betont WvSS-Lehrer Markus Waindok vom Organisationsteam des Elektrotests, dass es keine typischen „Männerberufe“ mehr gibt. 35 Schulen der Umgebung hatte Waindok im Vorfeld der Veranstaltung kontaktiert und um Teilnehmer geworben. Ich bin zufrieden: „Wir hatten 16 Teilnehmer mehr als beim ersten Elektrotest im Vorjahr“, wertet Waindok die steigende Resonanz als „vollen Erfolg“.

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erstellt von kun am 05.02.2020