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Was ist eigentlich ein ERP-System?

Diese Frage beschäftigte die angehenden Fachinformatiker im ersten Ausbildungsjahr der Klassen E1FI1 und E1FS2. Insbesondere von SAP ERP haben viele Menschen schon einmal gehört oder sogar schon damit gearbeitet. Doch die Wenigsten wissen tatsächlich, was ein ERP-System eigentlich ist und welche Möglichkeiten es aus unternehmerischer Sicht bietet.

Einen professionellen Einblick in den Aufbau und die Funktionsweise eines ERP-Systems gab Patrick Besenfelder, langjähriger Mitarbeiter in verschiedensten Fach- und Führungsrollen des Unternehmens SAP SE, mit Hauptsitz in Walldorf. Gleich zu Beginn überraschte der Experte die Schülerinnen und Schüler, indem er allen das „Du“ anbot. „Bei SAP duzen wir uns alle“, erklärt Patrick Besenfelder die Unternehmenskultur des international agierenden Unternehmens.

Zum Einstieg in die Thematik erläutert der Experte anschaulich den Ablauf eines typischen Industrieunternehmens ohne ein ERP-System: „Vertriebsmitarbeiter Werner erhält beispielsweise eine Kundenanfrage für zehn Bürostühle per E-Mail. Er ruft deshalb gleich bei seinem Kollegen Kalle im Lager an und fragt, ob diese verfügbar sind. Kalle schaut nach und teilt Werner mit, dass nur noch acht Stühle auf Lager sind. Dieser ruft daraufhin in der Produktionsplanung an und fragt, bis wann zwei weitere Stühle produziert sein können...Letztendlich läuft dieser Prozess kreuz und quer durch alle Abteilungen eines Unternehmens. Es dauert dementsprechend sehr lange, bis der Kunde eine konkrete Rückmeldung erhält. Nun kommt dazu, dass wir am Tag nicht nur eine, sondern vielleicht 100 Bestellungen haben. Zusätzlich haben wir nicht ein Produkt, sondern mehrere. Dementsprechend komplex und unübersichtlich werden die Prozesse und die dazugehörigen Dokumentenflüsse, die in unserem Unternehmen ablaufen.“

Ein sogenanntes Enterprise Resource Planning System (kurz ERP) deckt demnach alle Kernprozesse ab, die zur Führung eines Unternehmens notwendig sind und integriert diese in einem einzigen System, auf das alle Abteilungen zugreifen können.

Am Ende sowie während des Vortrags gab es für die Schülerinnen und Schüler natürlich ausreichend Gelegenheiten, dem Experten eigene Fragen zu stellen. Neben IT-fachspezifischen Fragen, blieb aber auch die betriebswirtschaftliche Perspektive nicht außer Acht. Eine Frage, die vielen Schülern unter den Nägeln brannte, war die Frage nach den Kosten.

Diese Frage beantwortete der Experte ganz offen und erklärte, dass neben den Lizenzgebühren weitere Kosten wie Beratungskosten zur Implementierung, Schulungskosten und Kosten für Maintenance und Support anfallen, die je nach Größe der Einführung schnell in die Millionen Euro gehen können. Somit ist die Einführung eines kompletten SAP ERP-Systems in der Regel für mittelständische und Großunternehmen und weniger für Kleinunternehmer geeignet. Aber auch für diese biete SAP Lösung wie z.B. Business by Design. Gleichzeitig verdeutlichte Patrick Besenfelder jedoch auch, dass das Unternehmen auf Basis einer einheitlichen zentralen Datenbasis produktiver, transparenter und vor allem flexibler hinsichtlich neuer unternehmerischer Chancen würde.

Abschließend verriet Patrick Besenfelder den Schülern noch, dass SAP ERP heute State-of-the-Art ist, allerdings seit einigen Jahren der technologische Fortschritt in der Informationstechnologie schnell in Richtung Digitalisierung und Cloud Computing geht und SAP dafür ein neues Lösungsportfolio anbietet. Da der Lehrplan in diesem Punkt nicht mehr auf die neuesten technologischen Trends  ausgerichtet zu sein scheint, bot der Experte an, eventuell ein zweites Mal die Werner-von-Siemens-Schule zu besuchen und den Schülern einen Einblick in die aktuelle cloudbasierte Lösung SAP S/4 HANA zu geben.

erstellt von hey am 06.06.2019